Was ist CBD-Öl? Die Produktform verständlich erklärt

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Braunglasflasche mit Pipette und Öltropfen neben einem Hanfblatt auf hellem Untergrund

„CBD-Öl" klingt nach einer klaren Sache. Ein Öl, in dem CBD ist – fertig.

Sobald man aber zwei Flaschen nebeneinanderstellt, wird es unübersichtlich. Auf der einen steht 10 %, auf der anderen 20 %. Eine nennt ein Trägeröl, die andere nicht. Eine schreibt „Vollspektrum", die nächste „Isolat". Und manchmal fehlt eine direkte Angabe dazu, wie viele Milligramm CBD die Flasche enthält.

Das ist der Punkt, an dem bei uns im Laden in Marburg die meisten Gespräche über CBD-Öl beginnen. Nicht mit der Frage, was CBD ist – das klärt ein eigener Artikel –, sondern mit der Frage, was diese Angaben eigentlich bedeuten.

Genau darum geht es hier.

Was bezeichnet „CBD-Öl"?

„CBD-Öl" bezeichnet eine Produktform, keinen definierten Stoff. Gemeint ist im Regelfall eine CBD-haltige Komponente, die in einem Öl gelöst ist.

Was der Begriff nicht ist: ein festgelegter Fachausdruck. Für diesen Artikel haben wir die naheliegenden Stellen geprüft – die Arzneibücher Europas und der USA, den Deutschen Arzneimittel-Codex, den Codex Alimentarius, den Novel-Food-Katalog der EU, eine Terminologiezusammenstellung der Europäischen Arzneimittel-Agentur sowie Normungsgremien und Lebensmittelbücher. In keiner dieser Quellen fanden wir eine verbindliche Definition des Handelsbegriffs „CBD-Öl".

Definiert sind dort zwei andere Dinge, und der Unterschied lohnt sich:

  • Der Reinstoff Cannabidiol hat seit Juli 2024 eine eigene Monographie im Europäischen Arzneibuch. Sie beschreibt die isolierte Substanz und ihre Qualitätsanforderungen – nicht ein fertiges Produkt.
  • Eine ölige Cannabidiol-Lösung als Apothekenrezeptur ist im Neuen Rezeptur-Formularium standardisiert, mit mittelkettigen Triglyceriden als Trägerstoff und Konzentrationsangaben in Milligramm je Milliliter, in vier Stufen von 50 bis 400 mg/mL.

Interessant ist eine Parallele: Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat 2021 den verwandten Begriff „Cannabis oil" ausdrücklich als mehrdeutig bezeichnet und davon abgeraten, ihn zu verwenden – er könne drei verschiedene Dinge meinen: ein Öl aus Hanfsamen, eine durch Extraktion mit Pflanzenöl gewonnene Zubereitung oder eine Mischung aus Extrakt und Pflanzenöl.

Das ist eine Aussage über „Cannabis oil", nicht über „CBD-Öl". Eine ähnliche begriffliche Mehrdeutigkeit kann aber auch bei „CBD-Öl" entstehen.

Die Kurzfassung: Der Name sagt, dass CBD und ein Öl enthalten sind. Mehr sagt er nicht. Alles Weitere steht in den Produktangaben – oder eben nicht.

Woraus besteht ein CBD-Öl?

Zwei Bestandteile, die man getrennt betrachten sollte.

Die CBD-haltige Komponente

Sie kann ein Extrakt sein, ein Destillat oder ein isolierter Reinstoff.

Von diesen drei Begriffen fanden wir nur den ersten fachlich definiert: Ein Extrakt ist nach dem Europäischen Arzneibuch eine flüssige, halbfeste oder feste Zubereitung, die aus einem pflanzlichen Ausgangsmaterial mit einem geeigneten Lösungsmittel gewonnen wird. „Destillat" und „Isolat" wurden in den für diesen Artikel geprüften Norm- und Behördenquellen dagegen nicht als einheitlich definierte Produktkategorien gefunden. Beim Isolat lohnt eine Unterscheidung: CBD als Reinstoff ist pharmakopöisch beschrieben – die Handelskategorie „CBD-Isolat" ist davon zu trennen.

Nebenbei: Auch der im englischsprachigen Handel verbreitete Ausdruck „CBD tincture" passt fachlich nicht – eine Tinktur ist arzneibuchlich eine alkoholische Zubereitung.

Das Trägeröl

CBD ist stark lipophil – es löst sich in Fett, praktisch nicht in Wasser. Ein fettes Öl ist deshalb das naheliegende Lösungsmittel.

Das ist die Begründung für das Trägeröl, und sie reicht völlig aus. In Handelsprodukten finden sich vor allem mittelkettige Triglyceride, außerdem Hanfsamenöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Traubenkernöl.

Was bedeutet „MCT-Öl auf Kokosbasis"?

MCT steht für mittelkettige Triglyceride – eine Gruppe von Fetten mit vergleichsweise kurzen Fettsäureketten.

Die Monographie des US-amerikanischen Arzneibuchs beschreibt das ziemlich genau: MCT besteht zu mindestens 95 % aus Caprylsäure (C8) und Caprinsäure (C10), Laurinsäure (C12) darf höchstens 3 % ausmachen. Als Ausgangsmaterial kommen dafür je nach Produkt geeignete Fraktionen von Kokos- oder Palmkernöl in Frage.

Und da liegt ein verbreitetes Missverständnis:

MCT-Öl ist nicht Kokosöl. Kokosöl selbst besteht zu rund 46 % aus Laurinsäure und enthält nur etwa 13,5 % Caprylsäure und Caprinsäure zusammen. Es erfüllt die Monographie also bei Weitem nicht. MCT-Öl auf Kokosbasis wird aus geeigneten Bestandteilen von Kokosöl gewonnen, indem insbesondere die C8- und C10-Anteile angereichert werden.

Genau deshalb ist die Formulierung „MCT-Öl auf Kokosbasis" die richtige: Sie benennt, aus welchem Ausgangsmaterial das Öl stammt – nicht, dass es sich um Kokosöl handelt.

Was MCT als Trägeröl auszeichnet, lässt sich aus derselben Monographie ablesen: Die Iodzahl liegt bei höchstens 1,0. Das heißt, das Öl ist praktisch vollständig gesättigt – und damit vergleichsweise unempfindlich gegenüber Oxidation.

Was daraus nicht folgt, ist genauso wichtig. Ein Vorteil von MCT gegenüber anderen untersuchten Trägerölen bei der Aufnahme von CBD ließ sich in den geprüften Quellen nicht nachweisen; zwei Untersuchungen, die dieser Frage nachgingen, zeigten ihn gerade nicht. Gesundheitliche Vorteile lassen sich daraus erst recht nicht ableiten. Ein Trägeröl löst den Wirkstoff und bleibt dabei möglichst lange stabil – das ist seine Aufgabe.

CBD-Öl und Hanfsamenöl: Was ist der Unterschied?

Diese beiden werden regelmäßig verwechselt, und die Namensähnlichkeit hilft nicht.

Hanfsamenöl – in Österreich auch amtlich so definiert, dort sind „Hanfsamenöl" und „Hanföl" gleichwertige Bezeichnungen – wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen. Es ist ein Speiseöl.

Entscheidend ist, was darin praktisch nicht vorkommt: Cannabinoide. Der Grund ist botanisch. Die Cannabinoide entstehen in den Drüsenhaaren der Pflanze, und die Samen haben keine. Wenn in Hanfsamenerzeugnissen dennoch Spuren von THC nachweisbar sind, wertet das Bundesinstitut für Risikobewertung das als Verunreinigung von außen – etwa durch Kontakt mit anderen Pflanzenteilen bei der Ernte –, nicht als natürlichen Bestandteil des Samens.

CBD-Öl ist etwas anderes: eine CBD-haltige Komponente plus ein Trägeröl.

Dieses Trägeröl kann durchaus Hanfsamenöl sein. Dann enthält das Produkt beides – zwei Bestandteile mit ähnlichen Namen und völlig verschiedenen Funktionen.

Die Kurzfassung: Hanfsamenöl allein ist kein CBD-Öl. Hanfsamenöl kann aber das Trägeröl eines CBD-Öls sein. Wer ein Produkt einordnen will, schaut nicht auf den Namen, sondern auf die Zutaten.

Was bedeutet die Prozentangabe?

Eine Prozentangabe ist eine Verhältnisangabe. Sie beschreibt, wie viel CBD im Verhältnis zur Gesamtmenge der Formulierung enthalten ist.

Daraus folgen zwei Dinge, die im Alltag gern durcheinandergeraten.

Erstens: Konzentration und absolute Menge sind zwei verschiedene Angaben. Wie viel CBD eine bestimmte Produktmenge enthält, ergibt sich aus der Konzentration und der betrachteten Produktmenge. Bei gleicher Produktmenge enthält eine höher konzentrierte Formulierung entsprechend mehr CBD – bei unterschiedlichen Füllmengen sagt der Prozentwert allein nichts über die Gesamtmenge in der Flasche.

Zweitens: Die Konzentration sagt für sich genommen nichts über Qualität oder Eignung. Sie sagt nichts über das Ausgangsmaterial, nichts über das Herstellungsverfahren, nichts über die Reinheit und nichts über das Trägeröl. Sie ist eine Zahl über ein Mengenverhältnis, mehr nicht.

Deshalb ordnen wir Konzentrationsstufen auch keinen Zielgruppen zu. Die verbreitete Staffelung – niedrige Prozentwerte für Einsteiger, hohe für Erfahrene – hat in den geprüften Quellen keine fachliche Grundlage.

Warum 10 % nicht automatisch eine eindeutige mg-Angabe sind

Hier wird es fachlich interessant – und hier steht etwas, das in den meisten Texten über CBD-Öl fehlt.

Eine Prozentangabe braucht eine Bezugsbasis. Ohne sie ist nicht eindeutig, worauf sich die Zahl bezieht. Bei einer öligen Formulierung kommen zwei Möglichkeiten in Betracht:

  • Masse je Masse – wie viel Gramm CBD in 100 Gramm Fertigprodukt enthalten sind.
  • Masse je Volumen – wie viel Gramm CBD in 100 Millilitern Fertigprodukt enthalten sind.

Der Unterschied entsteht, weil Öl leichter ist als Wasser. Zehn Milliliter Öl wiegen weniger als zehn Gramm. Je nachdem, welche der beiden Basen gemeint ist, ergibt derselbe Prozentwert also eine etwas andere absolute Menge.

Dass diese Frage real ist und nicht theoretisch, zeigt ein Blick in die Fachwelt – ausdrücklich als Beispiel, nicht als Maßstab:

  • Das US-amerikanische Arzneibuch verwendet in seiner allgemeinen Konvention für Lösungen von Feststoffen in Flüssigkeiten eine Gewichts-/Volumen-Prozentangabe.
  • Das Europäische Arzneibuch nutzt für Prozentangaben andere Schreibweisen und Systematiken; Masse-Volumen-Konzentrationen werden dort beispielsweise als Gramm je Liter ausgedrückt.

Zwei fachliche Konventionen, zwei Herangehensweisen – und genau das ist die Lehre daraus: Die Bezugsbasis einer Konzentrationsangabe muss klar definiert sein, sonst ist sie nicht eindeutig auflösbar.

Was daraus nicht folgt: Diese Konventionen bestimmen nicht, wie ein frei gehandeltes Produkt seine Angabe bildet – ein Handelsprodukt ist an kein Arzneibuch gebunden. Sie zeigen nur, dass die Frage auch dort, wo sehr genau gearbeitet wird, unterschiedlich beantwortet wird. Passend dazu arbeitet die bereits erwähnte Apothekenrezeptur gar nicht mit Prozentangaben, sondern durchgängig mit Milligramm je Milliliter.

Was heißt das nun konkret?

10 % bedeuten nicht unter jeder möglichen Bezugsdefinition automatisch exakt 1.000 mg CBD in 10 ml. Für eine exakte Umrechnung muss bekannt sein, wie die Prozentangabe definiert ist und welche Produktdaten zugrunde liegen.

Das ist keine Kritik an Prozentangaben. Eine klar definierte Prozentangabe kann sehr präzise sein. Das Problem ist nicht die Einheit, sondern eine Bezugsbasis, die nicht benannt wird.

Eine Prozentangabe ohne klar benannte Bezugsbasis ist noch keine eindeutige Milligrammangabe. Für eine eindeutige Umrechnung braucht es entweder eine direkte Milligrammangabe oder ausreichend definierte Bezugs- und Produktdaten.

CBD-Konzentrationen verstehen – dort gehen wir auf Rechenwege, Vergleichbarkeit zwischen Produkten und den Preis je Milligramm ein.

Warum ein Tropfen keine feste Maßeinheit ist

Ein Tropfen wirkt wie eine natürliche Einheit. Das ist er nicht.

Ein Tropfen ist kein genormtes Volumen. Was ein einzelner Tropfen liefert, hängt von der Bauart des Tropfeinsatzes ab, von den Eigenschaften der Flüssigkeit – vor allem Oberflächenspannung und Dichte – und davon, wie das Behältnis gehalten wird.

Die Spannen sind erheblich. Handelsübliche Tropfeinsätze liefern je Tropfen etwa 25 bis 70 Mikroliter, das entspricht rund 14 bis 40 Tropfen pro Milliliter. Zwischen verschiedenen Personen am selben Gerät wurden 20 bis 67 Mikroliter gemessen – ein Faktor von mehr als drei. Allein der Haltewinkel verändert das Volumen um 10 bis 25 %.

Deshalb verlangt das Arzneibuch für Arzneimittel, dass die Tropfenzahl je Milliliter produktindividuell ermittelt und angegeben wird. Die Prüfkriterien beziehen sich jeweils auf die eigene Angabe des Produkts – einen allgemein gültigen Referenzwert gibt das Arzneibuch dafür nicht vor.

Wie real das ist, zeigt ein Vorgang aus dem Mai 2024: In einem Rote-Hand-Brief informierte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte darüber, dass ein und dieselbe Wirkstofflösung in Österreich mit 21 und in Deutschland mit 15 Tropfen je Milliliter deklariert worden war.

Auch der oft zitierte pharmazeutische Richtwert – ein Normaltropfenzähler liefert 45 bis 55 Milligramm je Tropfen – trägt weniger weit, als es scheint: Er gilt ausdrücklich für Wasser. Für ölige Zubereitungen fanden wir in den geprüften Quellen keine quantitativen Tropfendaten.

Die Kurzfassung: Ein Tropfen ist eine Portionierungshilfe, keine Maßeinheit. Wer mit Tropfen rechnet, rechnet mit einer Größe, die je nach Gerät, Flüssigkeit und Handhabung unterschiedlich ausfällt.

Was bedeuten Vollspektrum und Isolat?

Kurz, weil dieses Thema einen eigenen Artikel verdient.

Im Handel wird mit „CBD-Isolat" meist CBD als weitgehend isolierter Einzelstoff bezeichnet.

Vollspektrum wird im Handel üblicherweise für Extraktprodukte verwendet, bei denen neben CBD weitere Bestandteile des Hanfextrakts vorhanden sind – etwa weitere Cannabinoide, Terpene oder Flavonoide.

Broad Spectrum wird im Markt häufig für Extrakte verwendet, bei denen THC weitgehend entfernt wurde beziehungsweise möglichst gering gehalten werden soll. Da auch dieser Begriff nicht einheitlich definiert ist, entscheidet die konkrete Zusammensetzung des jeweiligen Produkts.

Der gemeinsame Nenner: Keinen dieser Begriffe fanden wir in den geprüften Normquellen einheitlich festgelegt – die Terminologiezusammenstellung der Europäischen Arzneimittel-Agentur etwa definiert Extrakt, Tinktur und Hanfsamenöl, „full spectrum" und Verwandtes kommen darin nicht vor. Was in einem konkreten Produkt enthalten ist, lässt sich deshalb nur produktbezogen beantworten.

Und es ist eine Aussage über die Zusammensetzung, nicht über die Wirkung. Ein pauschaler Wirksamkeitsvorteil des einen Typs gegenüber dem anderen ließ sich in mehreren Übersichtsarbeiten aus 2023 und 2024 nicht belegen.

Vollspektrum vs. Isolat

Warum Braunglas und Lagerung relevant sind

CBD ist in Öl nicht unbegrenzt stabil. Wie stark es abgebaut wird, hängt von den Lagerbedingungen ab – und die wirken unterschiedlich stark.

Eine Untersuchung von Ryu und Kollegen aus dem Jahr 2026 hat das für eine bestimmte Formulierung aufgeschlüsselt: 3 % CBD in mittelkettigen Triglyceriden, beobachtet über bis zu 192 Tage. Untersucht wurden Lichteinwirkung, Luft- beziehungsweise Sauerstoffexposition, unterschiedliche Temperaturen sowie Kombinationen davon.

Die Ergebnisse zur Lichteinwirkung:

  • Dunkel gelagert blieben rund 94 % des CBD-Ausgangsgehalts erhalten.
  • In Braunglas unter Lichteinwirkung waren es rund 87 %.
  • In Klarglas unter Lichteinwirkung nur noch rund 63 %.

In dieser untersuchten CBD-in-MCT-Formulierung zeigte Lichteinwirkung damit den stärksten einzelnen Einfluss auf den CBD-Verlust; die Sauerstoffexposition wirkte für sich genommen deutlich schwächer. Trafen mehrere ungünstige Bedingungen zusammen, fiel der Verlust weit stärker aus, als die Einzeleffekte erwarten ließen.

Daraus folgt beides – und das ist der Punkt, an dem viele Texte zu weit gehen: Braunglas reduzierte unter den untersuchten Bedingungen den lichtbedingten Verlust deutlich, der Abstand zum Klarglas betrug rund 24 Prozentpunkte. Verhindert hat es ihn aber nicht vollständig: Auch im Braunglas lag der Restgehalt unter Licht rund sieben Prozentpunkte unter dem der Dunkellagerung.

Dass auch das Trägeröl eine Rolle spielt, zeigt eine andere Untersuchung: In Sonnenblumenöl wurden über ein Jahr bei Raumtemperatur rund 42 % Verlust gemessen.

Als allgemeine Handhabung lässt sich daraus wenig, aber Klares ableiten: vor intensiver Lichteinwirkung schützen, gut verschlossen lagern, unnötige Hitze vermeiden.

Was sich nicht ableiten lässt, ist eine Haltbarkeitsangabe für die Produktform. Die internationale Leitlinie zur Stabilitätsprüfung hält fest, dass Haltbarkeit produkt- und packmittelspezifisch ist – sie wird aus Prüfungen des konkreten Produkts in seiner konkreten Verpackung abgeleitet. Eine pauschale Zahl für „CBD-Öl" allgemein kann es deshalb nicht geben, so gern man sie hätte.

Deklaration und Analyse sind zwei verschiedene Ebenen

Ein letzter Unterschied, der oft untergeht.

Die Zahl auf dem Etikett ist eine Herstellerangabe. Der Wert in einem Analysenbericht ist ein Messergebnis – an einer bestimmten Probe, mit einer bestimmten Methode, in einer bestimmten Einheit.

Dass beide auseinandergehen können, ist untersucht. Das Bundesinstitut für Risikobewertung berichtete 2024 über 26 untersuchte Produkte: deklariert zwischen 2,5 und 20 %, gemessen zwischen 3 und 24 % – Abweichungen also in beide Richtungen. Eine Untersuchung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg fand 2021 bei drei von fünfzehn Ölen kein nachweisbares CBD, obwohl bis zu 30 % ausgelobt waren.

Was bedeutet das für die Hempstore-CBD-Öle?

Unsere CBD-Öle teilen eine Reihe von Merkmalen, die sich nun einordnen lassen:

  • Füllmenge 10 ml je Flasche
  • Konzentrationsstufen 10 %, 20 %, 30 % und 40 %
  • MCT-Öl auf Kokosbasis als Trägeröl
  • Braunglasflasche mit Pipette
  • mit Vollspektrum-Angabe geführt

Was diese Merkmale aussagen, steht oben: Das Trägeröl ist ein praktisch gesättigtes, oxidationsstabiles Öl aus Kokos-Ausgangsmaterial – und damit nicht mit Kokosöl identisch. Das Braunglas verringert den lichtbedingten Abbau, ersetzt aber keine dunkle Lagerung. Die Prozentangaben beschreiben ein Mengenverhältnis und ordnen weder Zielgruppen noch Qualitätsstufen zu.

Was auf unseren Produktseiten nicht steht, ist ebenso Absicht: keine Wirkungsversprechen, keine Zuordnung zu Beschwerden, keine Empfehlungen zur Verwendung.

Kurz zusammengefasst

  • CBD-Öl ist eine Produktform, kein definierter Stoff – in den geprüften Arzneibuch-, Behörden- und Normquellen fanden wir keine verbindliche Definition.
  • Es besteht aus einer CBD-haltigen Komponente und einem Trägeröl. Von den Begriffen Extrakt, Destillat und Isolat fanden wir nur den ersten fachlich definiert.
  • MCT-Öl auf Kokosbasis stammt aus Kokos-Ausgangsmaterial, ist aber nicht Kokosöl – die Fettsäurezusammensetzung unterscheidet sich deutlich.
  • Hanfsamenöl ist nicht CBD-Öl, kann aber dessen Trägeröl sein.
  • Die Prozentangabe ist eine Verhältnisangabe und sagt für sich genommen nichts über Qualität oder Eignung.
  • Ohne benannte Bezugsbasis lässt sich eine Prozentangabe nicht eindeutig in Milligramm umrechnen.
  • Ein Tropfen ist keine Maßeinheit, sondern eine Portionierungshilfe mit erheblicher Spannbreite.
  • Licht kann die Stabilität deutlich beeinflussen – in einer CBD-in-MCT-Untersuchung reduzierte Braunglas den lichtbedingten Verlust erheblich, verhinderte ihn aber nicht vollständig.

Weiterführendes Wissen

Was ist CBD? – der Wirkstoff selbst, das Endocannabinoid-System und der Forschungsstand.

CBD-Konzentrationen verstehen – Rechenwege, Vergleichbarkeit und Preis je Milligramm.

Vollspektrum vs. Isolat – was Vollspektrum, Broad Spectrum und Isolat aussagen und wie sie sich einordnen lassen.

CBD – die rechtliche Lage – der regulatorische Rahmen.

Unsere CBD-Öle – die Produkte im Überblick.

Quellen

Arzneibücher und Normen

  • Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.), Monographie „Cannabidiol" (3151) — veröffentlicht im Supplement 11.5, in Kraft seit 01.07.2024. (Nummer, Geltung und Gegenstand über Primärmeldungen der EDQM gesichert; der Monographietext selbst ist kostenpflichtig und wurde nicht eingesehen.)
  • Europäisches Arzneibuch, General Notices, Abschnitt „Expression of content" — Systematik der Gehaltsangaben. (Belegt für Ph. Eur. 7.0; aktuelle Ausgaben kostenpflichtig.)
  • Europäisches Arzneibuch, Monographie „Extracts" (0765) — Definition des Extraktbegriffs; Monographie „Tincturae" — Definition der Tinktur. (Wiedergegeben über die Terminologiezusammenstellung der EMA, siehe unten; Originaltexte kostenpflichtig.)
  • United States Pharmacopeia (USP), General Notices 8.130 / 8.140 — Konvention für Prozentangaben, unter anderem für Lösungen von Feststoffen in Flüssigkeiten. (Belegt für USP 35–NF 30; aktuelle Ausgabe hinter Subskription.)
  • USP-NF, Monographie „Medium-Chain Triglycerides" — Fettsäureprofil (mindestens 95 % C8+C10, höchstens 3 % C12), zulässige Ausgangsmaterialien, Iodzahl höchstens 1,0.
  • Deutscher Arzneimittel-Codex / Neues Rezeptur-Formularium, Vorschrift 22.10 „Ölige Cannabidiol-Lösung" — mittelkettige Triglyceride als Trägerstoff, Konzentrationsstufen 50, 100, 200 und 400 mg/mL. (Frei zugänglicher Rezepturtipp; der Volltext liegt im Abonnentenbereich und wurde nicht eingesehen.)
  • Europäisches Arzneibuch, Anforderungen an Tropfenzubereitungen — produktindividuelle Deklaration der Tropfenzahl je Milliliter und zugehörige Prüfkriterien.
  • USP, Allgemeines Kapitel <1101> — Normaltropfenzähler, 45 bis 55 Milligramm je Wassertropfen, mit ausdrücklichem Hinweis auf abweichende Werte bei anderen Zubereitungen.
  • ICH Q1A(R2), Stability Testing of New Drug Substances and Products — Haltbarkeit ist produkt- und packmittelspezifisch aus Stabilitätsprüfungen abzuleiten.
  • Österreichisches Lebensmittelbuch (Codex Alimentarius Austriacus), Kapitel B 30, Abschnitt 1.6.6 — „Hanfsamenöl (Hanföl)", Herkunft aus den Samen, beide Bezeichnungen zulässig und synonym.

Behörden und Fachgremien

  • European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products: „Compilation of terms and definitions for Cannabis-derived medicinal products", 22.09.2021 — Definitionen zu Extrakt, Tinktur und Hanfsamenöl; ausdrückliche Feststellung, dass der Begriff „Cannabis oil" mehrdeutig ist und nicht verwendet werden sollte. (Dokument ausdrücklich nicht bindend.)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), FAQ vom 15.11.2022 sowie Stellungnahme 006/2021 — THC in Hanfsamenerzeugnissen als Verunreinigung von außen; den Samen fehlen die Drüsenhaare.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung, Mitteilung 035/2024: „Cannabinoide in CBD-Ölen: Wieviel ist enthalten?", 19.07.2024 — 26 untersuchte Produkte, deklarierte Anteile 2,5 bis 20 %, gemessene 3 bis 24 %. (Analysemethode und Untersuchungszeitraum werden im Dokument nicht genannt.)
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Rote-Hand-Brief vom 08.05.2024 — dieselbe Wirkstofflösung mit abweichender Tropfendeklaration in Österreich (21 Tropfen/ml) und Deutschland (15 Tropfen/ml).

Untersuchungen und Fachliteratur

  • Ryu et al. (2026) — Stabilität einer Formulierung mit 3 % CBD in mittelkettigen Triglyceriden über bis zu 192 Tage; untersucht wurden Lichteinwirkung, Luft-/Sauerstoffexposition, Temperatur und Kombinationen. Restgehalte: Dunkellagerung rund 94 %, Braunglas unter Licht rund 87 %, Klarglas unter Licht rund 63 %.
  • Kosović et al. (2021) — CBD in Sonnenblumenöl, 365 Tage bei 25 °C, rund 42 % Verlust.
  • Schmidt et al. (2021), Results in Chemistry — 15 CBD-Öle, HPTLC-ESI-MS; bei drei Ölen kein nachweisbares CBD trotz Auslobung von bis zu 30 %. (Volltext nicht abrufbar; Angaben aus der Pressemitteilung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.)
  • Izgelov et al. (2020) — Bioverfügbarkeit von CBD in verschiedenen Trägerölen, Rattenmodell; kein klarer Vorteil mittelkettiger Triglyceride. (Tiermodell.)
  • Williams et al. (2021), Pharmaceuticals 14(1):35 — Vergleich von fünf oralen CBD-Zubereitungen bei 15 Erwachsenen; ein isolierter Beitrag des MCT-Anteils ließ sich nicht bestimmen.
  • Übersichtsarbeiten zur Zusammensetzung von Hanfextrakten, 2023 und 2024 — ein pauschaler Wirksamkeitsvorteil von Vollspektrum gegenüber Isolat ließ sich nicht belegen. (Details im Artikel „Vollspektrum vs. Isolat".)
  • Angaben zu Tropfgeräten — handelsübliche Tropfeinsätze 25 bis 70 Mikroliter je Tropfen; Streuung zwischen Anwendern 20 bis 67 Mikroliter; Einfluss des Haltewinkels 10 bis 25 %.
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